Feb 05 2009
Zwischen den Messen: Post Learntec / Pre Didacta
Einige Bildungs-, E-Learning, Software- Anbieter befinden sich in einem regelrechten Messe-Marathon: Diese Woche die Learntec in Karlsruhe und nächste Woche die Didacta in Hannover. Ich bin zwar nicht traurig darüber jeden dieser Messetage nicht mitnehmen zu können, aber ich hätte heute dennoch gerne mehr Zeit gehabt, mit wirklich allen für mich interessanten Ausstellern ins Gespräch zu kommen.
Sicherlich wird sich in den Learntec-Postings einschlägiger E-Learning Blogs bereits herumgesprochen haben, dass die reinen CBTs wieder groß im Kommen sind.
Nicht weil es dort so große technologische o. didaktische Sprünge auf der Messe zu bestaunen gab, nein viel einfacher: Die komplette Messe hatte keinen Internetzugang! (Gerüchte sprachen von einem zerstörten Glasfaserkabel zur Messe hin).So konnte ich, auch wenn ich von Netucate eingeladen war, nicht die mir noch unbekannte aktuellste Version der Webconferencing-Software ansehen. Aber ich konnte zumindest in einem netten Gespräch meine Fragen zu Schnittstellen und Lizenzmodellen loswerden.
Spannend fand ich die Vorstellung der Adobe E-Learning Suite: Die Einzel-Produkte werden immer verzahnter und durchlässiger: Bspw. kann ich einzelne Ebenen aus Photoshop direkt in Captivate als wiederum einzelne Ebenen und seperate Objekte importieren. Zudem kann Captivate endlich AVI-Files exportieren: Das macht die Nachvertonung echt einfacher! Bei den letzten Tutorial-Videos, die ich gebaut habe, musste ich immer über einen umständlichen swf-to mpg Converter gehen, damit im Tonstudio die Sprecherin in der Kabine auch ein bewegtes Bild hatte, zu dem sie sprechen konnte.
Eine weitere Neuentdeckung war für mich „OpenSim“: OpenSim ist eine Open-Source 3D-Anwendungsplattform die mit dem Second-Life Browser angesteuert werden kann. Objekte können in SL gebaut und in OpenSim importiert werden. Das sieht so aus und fühlt sich so an wie Second-Life selbst. Der Schweizer Unternehmen Vcomm bietet als Service das Aufsetzen eines eigenen OpenSim Servers und die Gestaltung des eigentlichen Sims für Unternehmen an: Somit ein eigenes, sicheres, stabileres Kollaborieren und kooperatives Lernen auch mit sensibleren Daten im dreidimensionalen Raum möglich. Über SL Backuptools wie sind Aussehen und das Inventar meines Avatar zwischen Second Life und OpenSim möglich.
Weiterhin führte ich eine interessante Diskussion mit den Machern von cobbocards.com, die mit Ihrer Lernkarteikarten-Community für den D-Elina nominiert sind. Das bestechende dabei: Die besten Ideen sind simpel. Hinzu gesellte sich Marcel Kirchner von der TU Illmenau / educamp und wir philosophierten lustig über Urheberrechtsproblematiken.
Den besten Kaffee gabs bei zone2 und entertrain, wo mir Herr Dell’Oro-Friedel geduldig meine Fragen zur didaktischen Konzeption und Entwicklung von Serious Games beantwortete. Zu guter Letzt schaute noch bei Kids-Interactive vorbei, die sich dem Thema digitale Kindermedien, Animation und E-Learning verschrieben haben.
Fazit: Den „neuen“ Mega-Trend im E-Learning im Gegensatz zu den anderen Jahren, die eher im Zeichen Second Life und Mobiles Lernen standen, konnte ich nicht ausmachen, sondern es gedeiht eher vielmehr das zarte serious games – Pflänzchen. Ich bin gespannt wie groß das Thema auf dem Entwicklerkongress auf der im Sommer kommenden gamescom werden wird.
